Köln durch die Umweltbrille betrachtet

Zuletzt bin ich darauf gestossen, dass die Glasflaschen, die von Passagierschiffen in Köln entladen werden, allesamt in Restcontainern landen.

Mir fiel jemand auf, der mit einem grossen Rolli ca. 150 Flaschen Richtung Müllcontainer am Rheinufer auf der Höhe der Altstadt manövrierte. Auf meine Frage warum die Flaschen nicht in einen Glascontainer entsorgt würden bekam ich die Antwort, dass es sich hier um Gewerbeabfall handelt, der nicht in öffentlichen Containern entsorgt werden darf, weil diese nur für private Abfälle genutzt werden dürfen.

Bei meinen bisherigen Recherchen bei der AWB, dem Umweltamt der Stadt Köln und der Hafenbehörde habe ich noch keine Information bekommen, warum das so ist und wie sich das ändern könnte.

Als langjähriger Lebensmittelretter weiss ich ziemlich genau, wo welche Lebensmittel weggeworfen werden. Besonders Backwaren gehen viel verloren, ca. 10-15% werden überproduziert und entsprechen später entsorgt. Die Menge, der in Köln pro Jahr vernichteten Backwaren würde den Innenraum des Kölner Doms komplett füllen - 230.000 Kubikmeter.

Bei vielen ist ja nicht einmal bekannt, dass seit Jahren auch Essensreste in den Biomülll gehören.

Thema Biomüll. Hier im Agnesviertel ist die Aufstellung von Biotonnen in der gleichen Anzahl wie Restmülltonnen kostenlos.

Leider wird das kaum genutzt. Bei mir am Neusser Wall stehen insgesamt ca. 7 Biomülltonnen an den Abholtagen draussen. Dagegen werden an der gleichen Strasse ca. 200 Restmülltonnen entleert. Damit gehen nicht nur wertvolle Ressourcen für die Kompostierung verloren. Der in der Regel feuchte Biomülll bremst dann auch noch die Verfeuerung in der Müllverbrennungsanlage.

Hier gibt es sogar Eigentümergemeinschaften, die den Mitbewohnern verbieten Biomüll in der Biotonne zu entsorgen, weil diese nur für Grünschnitt angeschafft wurden - so ein Irrsinn!

 

Ein Beitrag unseres Klimabotschafters Christian

© Titelbild: Gary Chan / unsplash.com


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